Bei Patienten mit Trachealkanüle kann sich Sekret in den tiefen Atemwegen ansammeln, das der Patient nicht mehr selbstständig abhusten kann. Das endobronchiale Absaugen ist eine invasive pflegerisch-medizinische Maßnahme, die unter strenger Hygiene durchgeführt werden muss.
In den nächsten Minuten lernst du Indikation, Material, Technik und die häufigsten Fehler — inklusive interaktiver Checkliste und Quiz. Los geht's! 🚀
Nicht jedes Absaugen ist gleich! Es gibt einen wichtigen Unterschied:
Katheter durch Trachealkanüle
Zugang: Trachealkanüle
Zielbereich: Trachea / Bronchien
Hygiene: Steril!
Katheter über Mund/Nase
Zugang: Mund und/oder Nase
Zielbereich: Obere Atemwege
Hygiene: Keimarm
Das endobronchiale Absaugen erfordert eine deutlich höhere Hygiene als das Absaugen im Mund-Nasen-Rachenraum. Kontamination der tiefen Atemwege kann zu schweren Infektionen führen!
Wann muss endobronchial abgesaugt werden?
Die Trachealkanüle umgeht den natürlichen Schutz- und Reinigungsmechanismus der oberen Atemwege. Der Hustenreflex ist eingeschränkt, die Atemluft wird nicht mehr über Nase/Mund angefeuchtet und gefiltert. Dadurch wird das Sekret zäher und schwerer zu transportieren.
Folgende Materialien müssen vor Beginn bereitgelegt werden:
Tippe auf jeden Schritt, um Details zu sehen. Hake erledigte Schritte ab!
Zürst eine hygienische Händedesinfektion durchführen, dann keimarme Handschuhe anziehen.
Tipp: Eine Auskultation vorab ist in der Regel sinnvoll, um den Ausgangsbefund zu dokumentieren.
Zum Eigenschutz Schutzbrille und Mundschutz anlegen.
In Pandemiezeiten: Mindestens FFP2-Schutz!
Fingertipp auf das Absaugschlauchende: Es muss sich ein Sog aufbauen.
Wenn kein Sog entsteht → Gerät prüfen, Schlauchverbindungen kontrollieren!
Absaugkatheter an den Absaugschlauch stecken. Der sterile Katheter verbleibt in seiner Schutzhülle — nur das farbige Anschlussende schaut heraus.
Die Führungshand (absaugführende Hand) wird jetzt mit einem sterilen Handschuh belegt.
Ab Schritt 4 gilt: Die Führungshand trägt einen sterilen Handschuh. Der Katheter darf nur mit dieser Hand berührt werden!
Den Trachealkanülenaufsatz (z.B. Feuchte Nase) entfernen und mindestens keimarm ablegen — z.B. auf dem Trägerpapier des sterilen Handschuhs.
Mit der unsterilen (keimarmen) Hand wird der Absaugkatheter aus der Schutzhülle steril entnommen.
Das erfordert Übung! Vorher trainieren!
Mit der unsterilen Hand die Absaugeinheit einschalten.
Katheter steril in die Trachealkanüle einführen. Dabei den Eingang der Trachealkanüle NICHT berühren!
Tipp: Bei großer Reibung kann der sterile Katheter vorab mit steriler 0,9%-iger NaCl-Lösung benetzt werden.
Wird der Eingang der Trachealkanüle mit dem Katheter berührt, ist die Sterilität kompromittiert. Neuen Katheter verwenden!
Atraumatischer Katheter: MIT Sog bis zum Sekret vorschieben.
Standard-Katheter (nicht-atraumatisch): Sog erst BEIM ZURÜCKZIEHEN aufbauen!
Katheter maximal 1–2 cm unterhalb des Trachealkanülenendes vorschieben.
Beim Zurückziehen: Zirkuläre Drehbewegung des Handgelenks, um das Sekret in den Katheter zu ziehen.
Katheter mit Skala helfen bei der Orientierung.
MIT Sog vorschieben
Spezielle Spitze schützt Schleimhaut
Teurer, aber sicherer
Sog erst beim Zurückziehen
Höheres Verletzungsrisiko
Preiswerter
Je tiefer der Vorschub, desto höher die Gefahr einer Verletzung an der Bifurkation (Aufzweigung der Luftröhre) und der Schleimhaut! Niemals blind tief vorschieben!
Den Absaugkatheter im sterilen Handschuh "verpacken" und sachgemäß abwerfen (Abwurf).
So wird eine Kontamination der Umgebung vermieden.
a) Absaugschlauch mit Leitungswasser spülen (NICHT den Katheter — der ist bereits verworfen!).
b) Neuen Trachealkanülenaufsatz (z.B. Feuchte Nase) adaptieren.
c) Cuff mit dem Cuffdruck-Manometer aufblocken und prüfen.
d) Auskultation zur Erfolgskontrolle durchführen.
Nicht den Absaugkatheter mit Leitungswasser spülen! Dieser wurde vorab verworfen. Nur der Absaugschlauch wird gespült!
Zu schnelles oder zu tiefes Vorschieben des Katheters kann die empfindliche Trachealschleimhaut verletzen. Besonders gefährlich: Verletzung an der Bifurkation (Aufzweigung der Luftröhre)!
Unsteriles Arbeiten kann Keime in die tiefen Atemwege einbringen und schwere Infektionen (Pneumonie!) verursachen. Sterile Technik ist absolut zwingend!
Der Katheter darf maximal 1–2 cm unter das Kanülenende vorgeschoben werden. Tieferes Vorschieben erhöht die Verletzungsgefahr massiv. Katheter mit Skala nutzen!
Bei nicht-atraumatischen Kathetern darf der Sog erst beim Zurückziehen aufgebaut werden! Sog beim Vorschieben kann die Schleimhaut ansaugen und verletzen.
Die absaugführende Hand (Führungshand) wird mit einem sterilen Handschuh belegt. Nur diese Hand darf den Katheter berühren!
Der Katheter verbleibt bis zur Entnahme in der sterilen Schutzhülle. Der Eingang der Trachealkanüle darf beim Einführen nicht berührt werden!
Das Wasserreservoir (Spülwasser) muss 1x täglich nach geltendem Hygieneplan desinfizierend aufbereitet werden!
Die fünf wichtigsten Dinge, die du aus dieser Lehreinheit mitnehmen solltest:
Teste dein Wissen! Für jede richtige Antwort erhältst du XP. Streaks bringen Bonuspunkte!
Klicke auf Weiter, um das Quiz zu starten!
Was wird beim endobronchialen Absaugen durch die Trachealkanüle eingeführt?
Warum muss endobronchial abgesaugt werden?
Wie wird die Absaugeinheit vor dem Einsatz getestet?
Was trägt die Führungshand beim Absaugen?
Wann wird bei einem Standard-Katheter (nicht-atraumatisch) der Sog aufgebaut?
Wie weit darf der Katheter maximal vorgeschoben werden?
Was ist die Bifurkation?
Was wird nach dem Absaugen mit dem Absaugschlauch gemacht?
Wie oft muss das Wasserreservoir (Spülwasser) desinfizierend aufbereitet werden?
Welche Bewegung wird beim Zurückziehen des Katheters ausgeführt?
Was wird nach dem erfolgreichen Absaugen zur Erfolgskontrolle durchgeführt?
Welche Aussage zu den Big 5 des endobronchialen Absaugens ist FALSCH?